Was ist eine Applikationsplattform als Service?

Eine Applikationsplattform als Service (aPaaS) ermöglicht die Entwicklung und Bereitstellung von cloudbasierten Applikationen. Der Begriff ähnelt anderen Bezeichnungen für Cloud-Subscriptions und wird häufig synonym mit Plattform als Service verwendet.

Was bedeutet aPaaS?

aPaaS steht für Application Platform as a Service (Applikationsplattform als Service). Im Zeitalter der Cloud wird manche Technologie als „Service“ bezeichnet, die früher vor Ort installiert war. Die drei häufigsten sind Software as a Service (SaaS), Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS). Damit soll hervorgehoben werden, dass die Software oder Technologie von einem Dritten bereitgestellt wird – ähnlich wie ein Netflix-Abonnement den Zugang zu Streaming-Videos ermöglicht, ohne dass Sie dafür Software installieren oder herunterladen müssen. SaaS, IaaS und PaaS werden von den meisten Unternehmen akzeptiert und verstanden.

Seitdem Cloud Computing ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist, haben mehrere unabhängige Analystenfirmen sowie Branchenexperten ihre eigenen Definitionen für ein bestimmtes Marktsegment formuliert. Beispiele hierfür sind iPaaS (Integrationsplattform als Service) oder ITaaS (IT als Service). Gartner definiert eine aPaaS als ein Beispiel für eines dieser Segmente.

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Was genau ist eine aPaaS?

Eine aPaaS stellt Kunden die Hardware, Betriebssysteme, Speicher- oder Netzwerkkapazität für die Entwicklung neuer Applikationen zur Verfügung. aPaaS ist eine Kategorie von Cloud-Computing-Diensten, die eine Plattform für die Entwicklung, den Betrieb und die Verwaltung von Applikationen bereitstellt, ohne die Komplexität des Erstellens und der Wartung der Infrastruktur, die normalerweise mit der Entwicklung und der Einführung einer App verbunden ist.

Im Grunde genommen bietet eine aPaaS App-Entwicklungsprojekten eine zugrunde liegende Infrastruktur und eine Softwareschicht für die eigentliche Entwicklung und das Design. Anstatt ein heruntergeladenes Entwicklungstool zu installieren oder ein Coding-Tool zu verwenden, um Ihre Applikation zu erstellen und sie zur Bereitstellung zu übergeben, abonnieren Sie einen Service, der all dies für Sie übernimmt.

Die Vorteile einer aPaaS

Der größte Vorteil einer aPaaS ist die Geschwindigkeit. Die Entwicklung und Bereitstellung von Apps erfolgt deutlich schneller. Wiederverwendbare Komponenten, visuelle IDEs, Abstraktion und Automatisierung optimieren die Entwicklung, Bereitstellung und Implementierung von Applikationen. So konnte z. B. das Wellness-Unternehmen Spotcheck mit Hilfe einer aPaaS in nur fünf Monaten eine mobile Plattform entwickeln, die Nutzer überall mit ihren Gesundheitsdaten verbindet.

Ein weiterer Vorteil von aPaaS besteht darin, dass auch Personen mit wenig oder gar keiner Entwicklungserfahrung die Möglichkeit haben, Applikationen zu erstellen. Professionelle Entwickler dagegen können repetitive, langweilige Aufgaben überspringen und sich auf die Lösung von Geschäftsproblemen mit einzigartigen Applikationen konzentrieren. Mit einer aPaaS hat das britische Fintech-Unternehmen thinkmoney eine mobile Banking-Applikation mit Funktionen wie biometrischer Sicherheit entwickelt, ohne dafür erfahrene Entwickler einstellen zu müssen. Auch bei der GarantiBank liefert ein Team professioneller Entwickler schnelle und kontinuierliche Prozessverbesserungen aus der Cloud, um Ziele in den Bereichen Kundenerlebnisse, operative Exzellenz und digitale Transformation zu erreichen.

Ein weiterer großer Vorteil ist die Skalierbarkeit, das Markenzeichen aller Cloud-Dienste. Denn Unternehmen verändern und vergrößern sich, was bei einer On-Premises-Infrastruktur problematisch sein kann. Mit einer aPaaS gibt es solche Probleme nicht. Genau wie eine PaaS kann sie parallel zu Ihren Geschäfts- und Entwicklungsanforderungen wachsen.

aPaaS vs. PaaS: Worin besteht der Unterschied?

aPaaS und PaaS werden oft verwechselt. In einer Reihe von Blogs und anderen Ressourcen werden die Begriffe aPaaS und PaaS synonym verwendet, wodurch die PaaS auf die Applikationsentwicklung beschränkt wird. Andere fassen den Begriff dagegen weiter und sagen, dass es sich um eine integrierte Lösung, einen Stack oder einen Dienst handelt, der über eine Internetverbindung bereitgestellt wird und ein Betriebssystem, Middleware, eine Datenbank oder eine Applikation enthalten kann.

Trotz der unterschiedlichen Definitionen von PaaS besteht kein Zweifel, dass die beiden Arten von Services miteinander verbunden sind. Nach Ansicht von Gartner sind aPaaS und PaaS sogar so eng miteinander verbunden, dass „PaaS“ bald nicht mehr verwendet wird. Obwohl „aPaaS“ den Begriff „PaaS“ mit „Applikation“ ergänzt, dürfte Gartner nicht ganz unrecht haben. Denn sobald es um konkrete Beispiele geht, verschmelzen die beiden Arten der Servicebereitstellung. Beispiele sind AWS Elastic Beanstalk, Heroku, Windows Azure, Force.com, OpenShift, Apache Stratos, Magento Commerce Cloud, Google App Engine, Salesforce, Appian, Mendix, OutSystems und mehr.

Ist Low-Code eine Applikationsplattform als Service? Eine komplizierte Frage

Bei der Low-Code-Applikationsentwicklung handelt es sich eher um eine Methode als um einen Service. Die Merkmale sind eine visuelle IDE, Ein-Klick-Bereitstellung, Codegenerierung und mehr. Es gibt auch On-Premises-Installationen von Low-Code-Plattformen. Andererseits ist es kein Zufall, dass Salesforce, Appian, Mendix und OutSystems in Listen mit aPaaS-Beispielen erscheinen. Diese Plattformen sind alle über die Cloud verfügbar, und damit aPaaS – oder? Die Antwort ist kompliziert. Deshalb lassen wir noch einmal Branchenanalysten zu Wort kommen.

2014 erfand Forrester den Begriff „Low-Code“, erwähnte aber weder Cloud noch Service als Voraussetzung. 2015 veröffentlichte Forrester erstmals den Report „Forrester Wave for Low-Code“, in dem die Cloud ebenfalls nicht berücksichtigt wurde. Zwei Jahre später unterteilte Gartner die aPaaS-Kategorie mit der Kategorie „High-Productivity Application Platform as a Service“. In diese Kategorie fielen viele der Plattformen, die Forrester als Low-Code-Plattformen identifiziert hatte. Dazu zählten auch OutSystems und andere Anbieter, die ursprünglich als aPaaS bezeichnet worden waren.

Gartner war der Meinung, dass dieses aPaaS-Segment eine wirklich schnelle Applikationsentwicklung (RAD) sowie hohe Produktivität bietet. Dies rechtfertigte eine Abgrenzung von aPaaS und sogar von Enterprise-aPaaS, das Gartner zufolge die Enterprise-Anforderungen für Geschäftsapplikationen und Applikationsprojekte unterstützen sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Gartner definierte Low-Code-Plattformen, die als Cloud-Service angeboten werden, zwei Jahre lang als eine besondere Art von aPaaS. Mit dem letzten hpaPaaS Magic Quadrant ist es noch einmal spannend geworden.

Von Enterprise-Applikationsplattform als Service über hpaPaaS zu LCAP

2019 hat Gartner eine weitere neue Kategorie eingeführt, Low-Code Application Platform (LCAP). Gartners Definition zufolge unterstützen diese „die schnelle Applikationsentwicklung, die Ein-Schritt-Bereitstellung, die Ausführung und Verwaltung mithilfe von deklarativen, hochrangigen Programmierabstraktionen wie modellgesteuerten und metadatenbasierten Programmiersprachen“ sowie „die Entwicklung von Benutzeroberflächen, Geschäftslogik und Datendiensten sowie der Verbesserung der Produktivität“.

Einige der Anbieter in den Gartner aPaaS Magic Quadrants und die meisten Anbieter in den Enterprise hpaPaaS Magic Quadrants fanden sich nun im neuen Enterprise LCAP Magic Quadrant wieder, darunter auch OutSystems.

Ist LCAP also eine andere Art von aPaaS? Lesen Sie den Gartner Magic Quadrant for Enterprise Low-Code Application Platforms, 2021 und urteilen Sie selbst.