Was ist Containerisierung?

Containerisierung ist der Prozess der Paketierung isolierter Applikationssoftware mit allen Elementen, die zur Ausführung in einer beliebigen Computerumgebung erforderlich sind. Die entsprechenden Pakete, die einer Standardeinheit entsprechen, werden als Container bezeichnet. Vergleichen lassen sie sich mit Schiffscontainern, die das Transportwesen revolutioniert haben, indem sie Standards für die effiziente Verpackung und den Transport von Gütern verwendet haben.

Definition Containerisierung

Container sind leichtgewichtig, ressourceneffizient und portierbar. Sie teilen sich ein einziges Host-Betriebssystem mit anderen Containern – manchmal sogar mit Hunderten oder sogar Tausenden von ihnen. Durch die Isolierung des Softwarecodes von der Betriebsumgebung können Entwickler Applikationen auf einem Host-Betriebssystem, wie z. B. Linux, erstellen und unter Windows bereitstellen, ohne dabei Konfigurationsproblemen zu begegnen.

Containerisierung hat sich in letzter Zeit immer mehr durchgesetzt. Es wird erwartet, dass die Methode sich zu einem wichtigen Instrument in globalen Unternehmen entwickelt. Gartner prognostiziert, dass 2022 mehr als 75% der Unternehmen weltweit Container einsetzen werden – 2020 waren es 30% –, und dass bis 2024 15% der Enterprise-Applikationen in einer containerisierten Umgebung ausgeführt werden. IT-Teams nutzen die Vorteile von Containern gerne, weil sie:

  1. schnell entwickelt werden können, ohne die zugrunde liegenden Umgebungen zu berücksichtigen.
  2. effizient laufen und nur die benötigten Ressourcen verwenden.
  3. nur einmal geschrieben und überall dort bereitgestellt werden, wo das Unternehmen sie ausführen möchte.

Unternehmen wie Red Hat entwickeln Container-Plattformen, um die Vorteile von Open-Cloud-Hybridstrategien zu nutzen. Diese Ansätze nutzen Applikationen, die auf verschiedenen Umgebungen laufen – von Bare Metal über virtuelle Maschinen (VMs) und Edge Computing bis hin zu öffentlichen und privaten Cloud-Umgebungen.

Die Idee, Software in isolierte Applikationen zu paketieren, ist Jahrzehnte alt. Doch die Nutzung von Containern begann 2013 mit dem Aufkommen der Docker Engine, einer Open-Source-basierten Container-Laufzeit-Engine, die es ermöglicht, containerisierte Applikationen überall konsistent auszuführen.

Wie kann Ihr Unternehmen von Containerisierung profitieren?

Entwickler nutzen Container, um Applikationen schneller und sicherer zu erstellen. Die Paketierung von Software in Containern bietet sechs wichtige Vorteile:

  • Geschwindigkeit bei der Applikationsentwicklung: Containerisierung unterstützt die kontinuierliche Entwicklung und Bereitstellung, da Funktionen als kleine, unabhängige Software-Einheiten entwickelt werden können, die in einem Container getestet und neu konfiguriert werden können, unabhängig vom Betriebssystem. Dies beschleunigt den Entwicklungszyklus. Zudem können Entwickler vertraute DevOps sowie agile Prozesse und Tools verwenden.

  • Portabilität: Die Unabhängigkeit eines Containers von der Umgebung, in der er ausgeführt wird, bedeutet dass Code einmal geschrieben und überall ausgeführt werden kann. Das spart Entwicklungszeit und Wartungskosten und erhöht die Zuverlässigkeit.

  • Fehlerisolierung: Da Container isoliert sind, wirkt sich ein Fehler in einem Container nicht auf andere Container aus. Während Entwicklerteams daran arbeiten, das Problem in dem betroffenen Container zu identifizieren und zu beheben, kommt es in anderen Containern nicht zu Ausfallzeiten.

  • Weniger Overhead und Kosten: Da Container sich ein Betriebssystem teilen, haben sie einen geringeren Verwaltungsaufwand als VMs und lassen sich bei Bedarf schnell starten. Eine containerisierte App kann innerhalb von Sekunden gestartet werden, während das Starten einer virtuellen Maschine Minuten dauern kann. Geringere Speicher- und Arbeitsspeicheranforderungen können eine bessere Leistung der Applikation bedeuten. Durch die Ausführung von Hunderten oder Tausenden Containern auf dem Speicherplatz, der sonst von einer oder mehreren virtuellen Maschinen belegt wird, können Unternehmen auch Lizenzgebühren und Serverkosten senken.

  • Einfachere Verwaltung: Wenn Unternehmen eine große Anzahl von Containern einsetzen, müssen diese mithilfe von Container-Orchestrierungsplattformen verwaltet werden. Container-Orchestrierungsplattformen, die den Vorgaben der Open Container Initiative (OCI) entsprechen, sind mit Container-Engines kompatibel und erleichtern Betreibern die Verwaltung von Applikationen. Entwickler können Verwaltungsfunktionen wie die Orchestrierung automatischer Bereitstellungen und Rollbacks sowie den Lastausgleich in großem Maßstab nutzen.

  • Sicherheit: Da Container von vornherein dafür sorgen, dass Applikationen isoliert sind, wirkt sich bösartiger Code in einem Container nicht auf die anderen aus. Mithilfe von Sicherheitsberechtigungen können Entwickler und Sicherheitsexperten den Zugriff auf Container blockieren und den Kontakt mit nicht notwendigen Ressourcen verhindern.

Containerisierung vs. Virtualisierung

Virtuelle Maschinen (VMs) sind Umgebungen, die als virtuelle Computer oder Server fungieren. Sie werden auf einem physischen Rechner erstellt und können lokal oder außerhalb der Geschäftsräume betrieben werden. Im Vergleich zu Containern sind virtuelle Maschinen viel größer, enthalten eigene Betriebssysteme und können Funktionen wie die Emulation ganzer Systeme übernehmen.

Während VMs die Hardware virtualisieren, virtualisieren Container das Betriebssystem, wodurch der für jeden Container erforderliche Speicherplatz erheblich reduziert wird.

So können viele Container auf dem gleichen Speicherplatz laufen, den eine virtuelle Maschine benötigen würde. Normalerweise werden Container in Megabytes gemessen, während virtuelle Maschinen oft Gigabytes an Speicherplatz brauchen.

Containerisierung vs. Microservices

Microservices und Containerisierung unterscheiden sich voneinander, funktionieren aber gut zusammen. Stellen Sie sich Container als isolierte Softwarepakete vor, und Microservices als darin enthaltene Technologie, die eine bestimmte Funktion ausführt. Bei der Erstellung von Microservices entscheiden Entwickler, wie sich Applikationen in spezifische Komponenten aufteilen lassen. Diese werden dann in Containern platziert, die jeweils ihre eigene Geschäftslogik und Datenbanken haben. Microservices in Containern haben alle Vorteile von Containern, wie Portabilität, Fehlerisolierung, Sicherheitsschichten und vieles mehr.

Mithilfe von Microservices können Entwickler schneller arbeiten und mit größerer Sicherheit testen, dass eine Applikation funktioniert. Entwicklerteams können bestimmte Teile von Applikationen bearbeiten, ohne die gesamte Applikation zu beeinträchtigen.

Schnelle Einführung von Applikationen mit Containerisierung

Die schnelle Entwicklung und Bereitstellung von Applikationen sowie deren ebenso schnelle Änderung ist einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile für Ihr Unternehmen – aber auch eine große Herausforderung für IT-Teams. Die Containerisierung kann dazu beitragen, diesen Prozess zu beschleunigen.

Mehr über Container und wie Sie sie in großem Maßstab implementieren können, erfahren Sie in unserem Tech Talk zum Thema.