Low-Code vs. No-Code:
Was sind die Unterschiede?

Auf den ersten Blick sind Low-Code und No-Code leicht zu verwechseln. Selbst den großen Analystenfirmen scheint es schwer zu fallen, zwischen ihnen zu differenzieren. Dabei lassen sich Low-Code- und No-Code-Plattformen durchaus voneinander unterscheiden.
Es gibt buchstäblich Hunderte kleine Details und Funktionen, die Low-Code-Plattformen von No-Code-Lösungen abgrenzen. Die meisten von ihnen sind auf der Benutzeroberfläche nicht ersichtlich – ein Grund für die häufige Verwechslung.

Low-Code vs. No-Code:
Wann sich was empfiehlt

Low-Code eignet sich gut für die Entwicklung eigenständiger mobiler und Web-Apps und Portale, die wahrscheinlich eine Integration mit anderen Systemen und mehreren Datenquellen erfordern. Im Grunde kann Low-Code für so gut wie alles verwendet werden.

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No-Code-Tools sollten dagegen nur für Frontend-Anwendungsfälle eingesetzt werden. Das heißt: Wenn Sie nicht nur die einfachsten Applikationen entwickeln, die kaum Anpassungen benötigen, ist Low-Code wahrscheinlich die bessere Option.

Mit Low-Code können Sie benutzerfreundliche, responsive Apps erstellen.

Auch wenn Low-Code nicht so einfach wie No-Code ist, sind Low-Code-Tools immer noch einfach genug, um Apps deutlich schneller als mit manueller Programmierung in Betrieb zu bringen. Dass Low-Code gewisse Kenntnisse in der Programmierung erfordert, bedeutet auch: Sie können sicher sein, dass Ihre Mitarbeiter Ihre Applikationen korrekt erstellen – und dass Ihre neuen Apps Sie nicht mit Sicherheitsrisiken oder Compliance-Problemen belasten werden.

Betrachten wir die Vor- und Nachteile von Low-Code und No-Code noch einmal im Detail.

Vorteile von Low-Code

Die Verwendung einer Low-Code-Plattform bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Werfen wir zunächst einen Blick auf die wichtigsten Vorteile der Low-Code-Entwicklung, bevor wir anschauen, was No-Code zu bieten hat.

Geschwindigkeit

Mit Low-Code können Sie Apps für mehrere Plattformen gleichzeitig entwickeln und Stakeholdern innerhalb von Tagen oder sogar Stunden Arbeitsbeispiele vorlegen.

Ein-Klick-Bereitstellung

Mit Low-Code genügt ein einziger Klick, um Ihre Applikation in Produktion zu bringen. So ist der Tag der Markteinführung kein nervenaufreibendes Erlebnis mehr.

Mehr Ressourcen

Wenn Sie an einem großen Projekt arbeiten, müssen Sie nicht mehr darauf warten, dass spezialisierte Entwickler ein anderes langes Projekt abschließen. Sie erhalten Ihre Lösung schneller und zu geringeren Kosten.

Geringes Risiko und hoher ROI

Mit Low-Code sind robuste Sicherheitsprozesse, Datenintegration und plattformübergreifende Unterstützung bereits vorhanden und können leicht angepasst werden. Das bedeutet weniger Risiko und mehr Zeit, sich auf Ihr Geschäft zu konzentrieren.

Nachteile von Low-Code

Wenn Sie von der Liste der Vorteile begeistert sind und Low-Code einführen möchten, sollten Sie nicht zu voreilig sein. Low-Code hat auch Nachteile. Wenn Sie nur über geringe Entwicklungskenntnisse verfügen, sind die meisten Low-Code-Plattformen schwer zu meistern. Und auch wenn es mit Low-Code möglich ist, schnell eine funktionierende App zu erstellen, können Low-Code-Tools bei der Entwicklung von Enterprise-Apps zu kurz greifen. Skalierbarkeit, hohe Qualität, hohe Leistung und andere nicht-funktionale Anforderungen sind mit Low-Code nicht immer leicht zu erfüllen. Zudem lassen sie sich mit der Plattform nicht einfach ändern.

Was ist No-Code?

No-Code-Lösungen bieten visuelle Drag-and-Drop-Entwicklung.

Im Gegensatz zu Low-Code richten sie sich vor allem an Geschäftsanwender oder andere IT-Mitarbeiter, die zwar keine Programmiersprachen beherrschen, aber eine Applikation für einen bestimmten Anwendungsfall entwickeln möchten – häufig für ihre Abteilung. Mit anderen Worten: No-Code ermöglicht es Unternehmen, Teams mit den nötigen Tools auszustatten, um Applikationen ohne formale Entwicklerausbildung zu erstellen.

Alles, was ein Nutzer nach Ansicht des No-Code-Anbieters zum Erstellen einer Applikation benötigt, ist bereits in das Tool integriert. No-Code-Lösungen ähneln beliebten Blogging-Plattformen und E-Commerce-Website-Anbietern mit vorgefertigte Seiten, mit denen Sie Ihren Blog oder Ihr Unternehmen in wenigen Minuten starten können.

Vorteile von No-Code

No-Code ist ideal, wenn Sie eine einfache App benötigen, um ein spezielles Geschäfts- oder Abteilungsproblem zu lösen – und keine 3 bis 6 Monate auf die Entwicklung und Bereitstellung durch die IT-Abteilung warten wollen.

No-Code-Plattformen sind schnell erlernt. Dadurch kann jeder in Ihrem Unternehmen eine App erstellen – meist im Bereich Business Process Management, z. B. für die Genehmigung von Ausgaben. No-Code gibt Geschäftsanwendern die Freiheit, einen unmittelbaren Bedarf zu decken, ohne die IT-Abteilung von geschäftskritischen Entwicklungsprojekten abzulenken.

Nachteile von No-Code

Der Nachteil von No-Code ist, dass er zu einer Schatten-IT führen kann. Das heißt: Mitarbeiter entwickeln Apps ohne die nötige Aufsicht oder die nötigen Überlegungen.

Die Ergebnisse können zu Sicherheitsrisiken, Compliance-Problemen, Integrationsschwierigkeiten, mehr Ressourcen als nötig beanspruchende Apps sowie zu höheren technischen Schulden führen. Vor der Entwicklung einer Applikation sollte das technische Know-how vorhanden sein, um alle Aspekte der Automatisierung eines Geschäftsprozesses mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche zu berücksichtigen.