Mittlerweile kennen wir den Spruch „Jedes Unternehmen ist ein Softwareunternehmen“ nur zu gut. Doch ist die Skalierung und Bereitstellung von Qualitätssoftware ist, kurz gesagt, schwer. Die Komplexität der Softwareentwicklung nimmt kontinuierlich zu, da sich Technologie-Stacks laufend ändern und immer wieder neue Cloud-Dienste auftauchen. Zugleich gibt es einfach nicht genug Software-Entwickler auf dem Markt. IDC hat den Mangel an Vollzeitentwicklern auf 1,4 Millionen Menschen beziffert (2021). In nur 4 Jahren wird die Zahl auf 4 Millionen ansteigen.

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Gleichzeitig haben die Revolution des hybriden Arbeitens und die Beschleunigung der Digitalisierung durch die Pandemie die Backlogs von Softwareentwicklungsteams in allen Branchen explodieren lassen. Die beiden letzten Disruptionen könnten der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat – und die Defizite konventioneller Entwicklung verdeutlicht.

Die neue Realität erfordert, dass Softwareentwicklungsleiter ihre Annahmen für das Jahr 2022 auf den Prüfstand stellen und Pläne für die Modernisierung ihrer Teams, Praktiken und Tools machen, um die 4 wichtigsten Säulen der Softwareentwicklung zu sichern:

  • Entwickler-Erlebnisse: Sie reduzieren die technische Komplexität, damit Teams schneller Innovationen entwickeln können.
  • Automatisierung von Entwicklungs-Workflows: Reibungslose Übergaben zwischen allen Plattformen und Tools der verschiedenen Phasen des Entwicklungslebenszyklus sind ganzheitlich integriert.
  • Sicherheit und Compliance: Entwickler schieben alles, was während der Entwicklung getestet werden kann, nach links und alles, was sich später besser testen lässt, nach rechts. Das erleichtert es Entwicklern, sicheren Code zu schreiben.
  • Bereitstellung und Betrieb: Der Schwerpunkt liegt auf Benutzerakzeptanz für zuverlässige und leistungsfähige Dienste.

Auf der Grundlage dieser Säulen prognostizieren wir 7 Software-Entwicklungstrends, die Softwareentwicklungsleiter 2022 berücksichtigen sollten, um ihre Entwicklungsteams, Praktiken und Tools zu modernisieren und Geschäftsziele zu erreichen.

  1. DevSecOps
  2. API-gesteuerte Integrationen
  3. Low-Code für Profis
  4. Cloudnative Plattformen
  5. DesignOps
  6. Universelle Observability
  7. PWA-First

#1: DevSecOps

Sicherheit wird leider weiterhin die größte Sorge von IT-Führungskräften und Softwareentwicklungsteams sein. Durch die Zunahme von Ransomware-Angriffen, das Fehlen klarer Grenzen für Unternehmensdaten und das erhöhte Risiko durch kollaboratives Citizen Development sind Datenschutz und gesetzlichen Anforderungen bedrohter denn je. Dies hat zu einer verstärkten Nachfrage nach DevSecOps geführt. Dabei werden Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in jedem Schritt des Entwicklungslebenszyklus validiert.

Angesichts des zunehmenden Drucks, Entwicklungsumgebungen vor Sicherheitsbedrohungen in der Lieferkette zu schützen und Softwarebereitstellungspipelines zu härten, beobachten wir: CISOs und CIOs ziehen es allmählich vor, neue Web- und mobile Apps auf Plattformen zu erstellen, die alle Phasen der Applikationsentwicklung und -bereitstellung für jede neue App verwalten, statt sich auf Entwickler und ihre unterschiedlichen Sicherheitspraktiken zu verlassen.

Letztendlich sollen Entwicklungsplattformen die Erstellung von sicherem Code fördern und erleichtern. Dabei wird ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell vorausgesetzt, anstatt sich vor allem auf Sicherheitstestmethoden zu verlassen.

#2: Hybride Integrationen

Dem Report The State of SaaS Sprawl in 2021 zufolge verfügt das durchschnittliche Unternehmen über 254 SaaS-Applikationen. Doch meist werden nur 45% der SaaS-Apps eines Unternehmens regelmäßig genutzt. Darüber hinaus handelt es sich bei 56% dieser Apps um Schatten-IT oder um Apps, die außerhalb der IT-Abteilung betrieben und verwaltet werden. Das Verrückte daran: Diese Apps existieren zusätzlich zu all den Softwarepaketen und Systems of Record, die Unternehmen bereits für die Ausführung des Kerngeschäfts haben.

Die jüngste Begeisterung von Geschäftsanwendern für die Bereitstellung von RPAs anstelle von alten Tools ohne APIs war eine Abkürzung für alte Systeme – aber nicht ideal für das Wesen des digitalen Geschäfts mit seinem konstanten Wandel. Daher setzen agile Unternehmen auf schnelle App-Änderungen mit Low-Code-Entwicklungsplattformen. Die führenden Plattformen enthalten die dafür erforderlichen Funktionen.

Vor allem aber befinden wir uns jetzt in einer Phase, in der Unternehmen mehr denn je ihr Datenmanagement, ihre Governance und ihre Auditierbarkeit in Echtzeit über diese multiplen Datenquellen hinweg verbinden müssen. Dafür braucht es mehr Tools für hybride Integrationen. Die richtigen Softwareentwicklungsplattformen oder darauf ausgerichteten Tools ermöglichen die Integration von Daten aus verschiedenen SaaS- und Legacy-Systemen – für eine Datenstruktur, die von mehreren Systemen und Apps genutzt wird. Sie ist entscheidend, um Führungskräfte bei datengesteuerten Entscheidungen unterstützen zu können.

#3: Low-Code für Profis

Eine bewährte Alternative im Jahr 2021 war die breitflächige Einführung von Low-Code-Plattformen, bei denen führende Anbieter bereits anspruchsvolle Anwendungsfälle für Unternehmen abgedeckt haben. Im Magic Quadrant for Enterprise Low-Code Application Platforms heißt es:

„Bis 2025 werden 70% der von Unternehmen entwickelten neuen Apps Low-Code- oder No-Code-Technologien verwenden.“

Low-Code bedeutet nicht, dass Entwickler durch Geschäftsanwender ersetzt werden (den Unterschied zwischen Low-Code und No-Code erklärt dieser Blogbeitrag). Low-Code-Plattformen bieten Abstraktion, um einen Teil der Komplexität zu beseitigen, mit der Entwickler in der Regel bei der Erstellung einer App oder eines Systems konfrontiert sind. Die besten Lösungen bieten Software-Entwicklern eine umfassende Kontrolle, sodass sie alles genau steuern können.

Das Ziel ist, dass die Plattform repetitive und langweilige Aufgaben wie Abhängigkeitsmanagement, Code-Validierung und automatische Builds übernimmt. So können Entwickler sich auf wichtigere Dinge als die Instandhaltung bestehender Lösungen konzentrieren.

#4: Cloudnative Plattformen

Noch einmal zum Thema SaaS: Die explosionsartige Zunahme von cloudbasierten Nischenapplikationen verändert die wirtschaftlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen bei der Entscheidung, ob Sie Apps selbst erstellen oder kaufen. Das liegt daran, dass der SaaS-Wildwuchs nicht nur die ursprünglichen Budgets sprengt, sondern auch zu einer weiteren Form technischer Schulden wird: Das Hin- und Herwechseln zwischen einem Dutzend Systemen bedeutet ein schlechtes Benutzererlebnis, das auch geschäftliche Konsequenzen hat.

Die Wiederherstellung der geschäftlichen Agilität von Enterprise-Systemen, die von Kunden, Partnern und Mitarbeitern genutzt werden, erfordert eine neue Art der cloudnativen App-Entwicklung. Sie muss hochgradig verteilt und skalierbar sein und die Erstellung resilienter, praxistauglicher Enterprise-Apps ermöglichen, die die Agilität des Unternehmens steigern.

Die explosionsartige Zunahme von Webdiensten der Mega-Anbieter – von etwa 30 vor 5 Jahren auf bis zu 250 bei einem einzigen IaaS-Anbieter heute – ist eine große Ablenkung für Business-Entwickler, die cloudnative Applikationen erstellen.

Um die entsprechenden Herausforderungen zu meistern, müssen cloudnative Entwicklungsplattformen es Entwicklerteams ermöglichen, sich auf das Wertstrommanagement für ihre digitalen Produkte zu konzentrieren, anstatt ihre technischen Talente allein mit dem Infrastrukturmanagement zu beschäftigen.

Angesichts der Tatsache, dass die Tech-Giganten das Rennen um die knappen spezialisierten Entwickler gewinnen, brauchen Unternehmen außerhalb der Tech-Elite neue Wege, um mit den eigenen Teams innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das bedeutet: Sie brauchen eine Technologie, die ihnen erlaubt, technische Komplexität zu abstrahieren oder zu beseitigen und ihren Entwicklerteams ermöglicht, sich auf Geschäftsergebnisse und Innovationen zu konzentrieren – wie die neue Generation cloudnativer Low-Code-Plattformen.

#5: DesignOps

DesignOps ist ein Teamsport mit enger Zusammenarbeit zwischen Designteams und Frontend-Entwicklern (einschließlich gemeinsamer Repositories, Tools, Asset-Austausch). Der Ansatz fördert die Zusammenarbeit zwischen Produktteams innerhalb eines Unternehmens und sorgt von der ersten Bereitstellung an für ein konsistentes Produkterlebnis.

2022 ist das erste Jahr, in dem die IT- und App-Entwicklungsbudgets bereits die hybride Arbeitsrealität widerspiegeln. Die Erlebnisse von Mitarbeitern und Partnern sind genauso wichtig geworden wie Kundenerlebnisse. Ziel ist die Hyperadoption: die breitflächige und häufige Nutzung der Apps, die zur Steigerung der geschäftlichen Agilität erstellt worden sind.

Da Unternehmen unter dem Druck stehen, immer mehr digitale Produkte auf den Markt zu bringen und gleichzeitig die gewünschte Benutzerakzeptanz zu erreichen, müssen sie Designfragen in großem Umfang verwalten und gleichzeitig technische und UX-Schulden minimieren. Dadurch rücken DesignOps-Praktiken in den Mittelpunkt.

#6: Observability

Hand in Hand mit DesignOps sollten Entwicklungsleiter zugunsten der Hyperadoption in Observability investieren. In Kombination mit der neuen Beobachtbarkeit des Endbenutzerverhaltens und der Unterstützung offener Standards wie Open Telemetry für die Rückverfolgung mit Plänen zur Ausweitung auf Protokolle und Metriken werden mehr digitale Produktteams eine Benutzerakzeptanz anstreben, die in der Vergangenheit schwer zu erreichen war.

#7: PWA-First

Progressive Web Apps (PWAs) kombinieren die Funktionen von nativen Apps und die Zugänglichkeit von Websites, ohne App Stores einzubeziehen. Genau wie native Apps lassen sich PWAs offline ausführen. Sie können Push-Benachrichtigungen senden und auf Gerätehardware wie Kameras oder GPS zugreifen. Die Benutzererlebnisse sind ähnlich wie bei nativen Apps auf Mobile- und Desktop-Geräten – ohne lästiges Herunterladen oder Aktualisieren und mit dem großen Vorteil, dass sie auch bei schlechter Konnektivität gut funktionieren.

PWAs werden 2022 aufgrund ihres konnektivitätsresilienten Designs und der Tatsache, dass Nutzer nicht noch mehr native Apps auf ihren Geräte haben wollen, wieder an Fahrt gewinnen. Es gibt bereits viele gute technische Argumente, die Entwickler und Softwareverantwortliche zu einem „PWA-first“-Mindset geführt haben. Doch die große Beschleunigung digitaler Erlebnisse fördert den Wandel noch zusätzlich:

  1. Aus der Sicht des Endnutzers sind PWAs auf mobilen Geräten einfach zu bedienen (ohne App Store) und leichtgewichtig.
  2. Aus Entwicklersicht sind PWAs viel schneller zu ändern als native Apps und zudem einfacher zu warten.
  3. Ein weiterer Vorteil für Entwicklerteams: Im Gegensatz zu nativen Apps verwenden PWAs eine einzige Codebasis für alle Geräte und sind von Suchmaschinen durchsuchbar.

Sind Sie bereit für 2022?

Insgesamt bestätigen die wichtigsten Software-Entwicklungstrends, die wir für 2022 beobachten, den Kern unserer Mission als Unternehmen:

„Jedem Unternehmen ermöglichen, durch Software innovativ zu sein.“

Als „the #1 low-code platform™“ hat OutSystems Pionierarbeit im Low-Code-Bereich geleistet und ist seit 6 Jahren in Folge führender Anbieter.1

Wir sind der einzige führende Low-Code-Anbieter in MQ/Waves/Kundenbewertungen, der sich zu 100% der Modernisierung von Entwicklerteams verschrieben hat. Deshalb sind wir der Ansicht: Unserer Community und unseren Kunden eine Plattform zu bieten, die kontinuierlich Komplexität beseitigt, Lücken in Entwicklererlebnissen zu schließen, die Komplexität der Cloud-Native-Entwicklung zu abstrahieren und nicht zuletzt unseren Kunden schnelleres Wachstum zu ermöglichen, ist der richtige Weg.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2022!

Weitere Informationen zu den jeweiligen Trends finden Sie in unseren zusätzlichen Ressourcen:


1An der Spitze der Analystenskala, wie Sie im ersten „Low-Code Wave“ von Forrester im Jahr 2016 sehen können.