Was ist IT-Automatisierung?

IT-Automatisierung, manchmal auch Infrastrukturautomatisierung genannt, bezeichnet den Einsatz von Software und Systemen, um repetitive, zeitaufwendige und fehleranfällige Routineprozesse zu ersetzen sowie manuelle Eingriffe zu reduzieren. Das Ziel dabei ist, die Effizienz zu verbessern, Fehler zu minimieren und Geld zu sparen. Die Automatisierung sich wiederholender Aufgaben verschafft IT-Managern den nötigen Freiraum für komplexere und wertschöpfende Aufgaben wie die Entwicklung neuer Software oder Strategien.

IT-Automatisierung kann sich auf die Automatisierung einer einzelnen Aufgabe oder von Prozessen beziehen, die auf Benutzeraktionen oder Ereignistriggern basieren, aber auch auf die Automatisierung ganzer autonomer IT-Implementierungen, wie z. B. das Ausrollen neuer Instanzen von Software-Diensten, um Nachfragespitzen zu bewältigen.

Der Einsatz von IT-Automatisierung nimmt zu. Die Umfrage State of IT 2022 von Spiceworks Ziff Davis zeigt auf, dass 50% der befragten Unternehmen bereits eine IT-Automatisierungsstrategie implementiert haben. Weitere 20% planen, in den nächsten zwei Jahren IT-Automatisierungslösungen einzusetzen. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern beträgt der kombinierte Wert sogar 86%.

Warum führen Unternehmen IT-Automatisierung ein?

Im IT-Bereich gibt es eine enorme Menge repetitiver Arbeit, die automatisierbar ist. Mit der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Diensten haben IT-Manager gelernt, dass die Automatisierung von Prozessen zu Effizienz und Einsparungen führt und zugleich die Zuverlässigkeit verbessert. Wenn Unternehmen ihre Dienste oder Kapazitäten schnell erweitern müssen, z. B. um virtuelle Maschinen oder sogar Tausende Server innerhalb kurzer Zeit bereitzustellen, macht IT-Automatisierung dies möglich.

Im Zuge der digitalen Transformation von Unternehmen – d. h. dem Einsatz von Technologie zur grundlegenden Veränderung ihrer Geschäftsabläufe – haben IT-Manager erkannt, dass die Automatisierung von Workflows, Applikationen und der Bereitstellung von IT-Infrastrukturen unerlässlich ist. Denn sie unterstützen genau die Geschäftsprozesse, die Unternehmen transformieren möchten.

In einigen Fällen hilft die IT-Automatisierung IT-Mitarbeitern auch dabei, die Herausforderungen beim Einsatz von Tools und Software zu überwinden, die nicht in allen Umgebungen kompatibel sind. IT-Automatisierung kann eine solche Inkompatibilität beseitigen, indem sie es IT-Mitarbeitern ermöglicht, End-to-End-Workflows über isolierte Umgebungen hinweg zu automatisieren.

Optimieren Sie Ihr Unternehmen mit Prozessautomatisierung

Erfahren Sie, wie Sie mit Low-Code Ihre internen Abläufe und Prozesse optimieren.

Seite besuchen

Wie funktioniert IT-Automatisierung?

IT-Mitarbeiter verwenden Tools und Software, um Code zu erstellen, der bestimmte, wiederholbare Anweisungen ausführt, die durch Ereignisse oder Zeiten ausgelöst werden – wie etwa: „Führe jeden Freitag um Mitternacht einen CRM-Verkaufsbericht aus.“

Komplexe IT-Automatisierung kann die Kombination mehrerer Anweisungsskripte beinhalten – z. B. für die Konfiguration von Applikationen und die Bereitstellung der Infrastruktur.

IT-Manager können Aufgaben auf der Grundlage von Erkenntnissen, die sie durch die Analyse von Berichten und Rückmeldungen von Geschäftsanwendern gewonnen haben, weiter automatisieren.

Für welche Prozesse nutzen IT-Manager IT-Automatisierung?

IT-Manager nutzen die IT-Automatisierung in vielen Bereichen, von der Applikationsentwicklung und dem Konfigurationsmanagement bis zur Netzwerkautomatisierung, Cloud Provisioning und vielem mehr. IT-Mitarbeiter nutzen IT-Automatisierung für:

  • Cloud-Automatisierung: Cloud-Automatisierung kann sich auf den Betrieb von Rechenzentren oder das groß angelegte Hosting von Websites und Applikationen in der Cloud beziehen. Die IT-Automatisierung beschleunigt die Bereitstellung von Infrastrukturressourcen, wenn diese durch das Unternehmen oder Benutzer angefordert werden. Beim Betrieb von Rechenzentren kann die IT-Abteilung Richtlinien, die Bereitstellung und andere Vorgänge automatisieren. Beim Hosting und Skalieren von Applikationen kann die Automatisierung einen Lastausgleich durchführen und die nötige Kapazität für den Betrieb von Web- und mobilen Apps gewährleisten, die Tausende oder Millionen Anfragen pro Tag erhalten können. IT-Automatisierung kann Elastic-Web-Serverlösungen für Applikationen unterstützen, die stark skalieren. Sie überwacht die Replikation von Datenbanken und anderen wiederverwendbaren Softwarekomponenten, wenn diese für den Netzwerkverkehr benötigt werden.
  • Ressourcenbereitstellung: Ressourcen gibt es in vielen Varianten, von Bare Metal bis hin zu Private, Hybrid und Public Clouds. Die Hardware-Infrastruktur von Rechenzentren ist heute weitgehend virtualisiert. Dadurch ist es für softwaredefinierte Netzwerke einfacher geworden, nach Bedarf zu skalieren. IT-Automatisierung erstellt und verwendet Vorlagen, die schnell ausgerollt werden können. Anstatt dass Menschen sich um die Bereitstellung von Netzwerken und Speicher kümmern, skalieren automatisierte Anweisungssets die bestehende Infrastruktur, um Kapazitäten dann zu schaffen, wenn sie benötigt werden.
  • Applikationsentwicklung: Die Evolution von agilen Entwicklungsmethoden und DevOps hat CI/CD (Continuous Integration and Continuous Delivery/Deployment) zu einer Kernstrategie der modernen Softwareentwicklung gemacht. DevOps empfiehlt den Einsatz von Automatisierungstools – insbesondere beim Testing, um sicherzustellen, dass stets entwicklungsfähiger Code verfügbar ist. Die IT-Automatisierung steigert die Effizienz beim Überführen von Software von Commit und Build zum Testing und schließlich in einen Zustand, in dem die Software bereitgestellt und konfiguriert werden kann. Zudem entsteht ein einheitlicher Ansatz, den alle Mitarbeiter sehen, nachvollziehen und nutzen können.
  • Konfigurationsmanagement: IT-Automatisierung ersetzt Ad-hoc-Arbeit durch definierte Software-Standards. So lassen sich Best Practices in automatisierte, einheitliche Prozesse umsetzen, die über verschiedene Rechner und Umgebungen hinweg funktionieren.
  • Orchestrierung: IT-Automatisierung ist eine Komponente der Orchestrierung. Während die IT-Automatisierung einen Prozess automatisiert, geht es bei der Orchestrierung um die parallele Verwaltung vieler Prozesse, die zusammen einen größeren Workflow bilden. Die Orchestrierung kann die Verfolgung zahlreicher beweglicher Teile über Systeme, Middleware und Dienste umfassen, die in unterschiedlichen Umgebungen verteilt sind.
  • IT-Migrationen: Bei Daten-, Applikations-, Betriebssystem- oder Cloud-Migrationen erhöht die IT-Automatisierung sowohl die Geschwindigkeit als auch die Sicherheit. Sie kann Anforderungen standardisieren und sicherstellen, dass manuelle Prozesse durch fehlerfreie automatisierte Prozesse ersetzt werden.
  • Netzwerkverwaltung: Hierzu gehört die Verwaltung, Konfiguration und Bereitstellung des Netzwerks. Die IT-Automatisierung erkennt Geräte und verfolgt Komponenten, einschließlich detaillierter Informationen wie IP-Adressen und Portnummern. Mit diesen Informationen können IT-Mitarbeiter Konfigurationen und Vorlagen erstellen, Workflows implementieren und den Netzwerkbetrieb automatisieren. IT-Automatisierung kann die Zuverlässigkeit und Effizienz verbessern und zugleich Betriebskosten und Fehler reduzieren.
  • Sicherheitsautomatisierung: Sicherheitsautomatisierung umfasst die Automatisierung von Richtlinien für Sicherheit, Risikomanagement und Compliance. Mit standardisierten Prozessen können Unternehmen Richtlinien konsequent durchsetzen und klare Verfahren und Dokumentationen für ihre Einhaltung und Prüfung bereitstellen. Gleichzeitig werden die Reaktion auf Vorfälle und die Schadensbegrenzung optimiert.

Was sind die Vorteile von IT-Automatisierung?

IT-Automatisierung bietet Unternehmen eine Reihe von Vorteilen. Einige davon sind:

  • Kosteneinsparung: IT-Automatisierung reduziert den Arbeitsaufwand für repetitive Aufgaben. Zudem können IT-Automatisierungsprozesse die Auswirkungen kostspieliger menschlicher Fehler verringern.
  • Zeitersparnis: Durch die Automatisierung manueller Aufgaben können IT-Mitarbeiter sich um wichtigere Aufgaben kümmern und die Geschwindigkeit von Bereitstellungen steigern. Zudem können Aufgaben wie die Analyse der Netzwerkleistung, Reporting und die Verwaltung der Datensicherheit automatisch ausgeführt werden. Dadurch haben IT-Mitarbeiter mehr Zeit, die Systemleistung zu evaluieren und proaktive Strategien für anstehende technologische Herausforderungen zu entwickeln.
  • Weniger Fehler sowie bessere Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit: Automatisierte Prozesse ermüden nicht und machen keine Flüchtigkeitsfehler. Dadurch können sie die Betriebszeit des Systems maximieren und die Wiederherstellung im Falle eines Ausfalls beschleunigen.
  • Verbesserte Sicherheit: IT-Teams können IT-Automatisierung einsetzen, um proaktiv Richtlinien zu definieren und für Sicherheit zu sorgen. Durch die Standardisierung von Prozessen, wie z. B. der Überwachung von Vorfällen und Reaktionen darauf, erreichen Unternehmen eine höhere Konsistenz. Die Automatisierung kann die Reaktion auf Vorfälle beschleunigen, die Zeit und den Aufwand für die Behebung von Problemen reduzieren, den Service schneller wiederherstellen, die Kosten von Fehlern senken und den Markenwert schützen. Nicht zuletzt gilt: Wenn weniger Personen mit der Sicherheit befasst sind, haben auch weniger Einblick in sensible Daten. Durch die Standardisierung von Prozessen und Arbeitsabläufen sowie die Einführung verschiedener Schritte ist das Unternehmen im Hinblick auf Compliance, Risikomanagement und Audits besser aufgestellt.

Welche Technologien werden die Zukunft der IT-Automatisierung beeinflussen?

Tools für die intelligente Prozessautomatisierung (IPA) – bestehend aus maschinellem Lernen (ML) und künstlicher Intelligenz (KI) – sind die treibende Kraft hinter immer mehr IT-Automatisierungssystemen. Künstliche Intelligenz verwendet Algorithmen, um Statistiken zu verarbeiten und Muster in riesigen Datenmengen zu finden. Das Ziel von maschinellem Lernen besteht darin, genügend Informationen zu sammeln, um Modelle zu verbessern und bessere Entscheidungen zu treffen sowie automatisierte Systeme und Prozesse zu optimieren.

IPA-Tools können KI nutzen, um halbstrukturierte und unstrukturierte Daten mithilfe von Natural Language Processing und anderer kognitiver Funktionen zu verarbeiten. So können IPA-Tools verwendet werden, um komplexe Workflows für Chatbots oder andere automatisierte Kundeninteraktionen zu erstellen. KI kann in Verbindung mit maschinellem Lernen IT-Umgebungen verwalten, modernisieren und optimieren. Mit der Zeit sammeln die Systeme genügend Daten, um in unvorhersehbaren Situationen zu handeln und die Aufgabenerfüllung zu verbessern.

Eine weitere leistungsstarke Technologie, die sich auf dem Markt durchgesetzt hat, ist die robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA). Bis zum Jahr 2030 dürfte der globale Markt für RPA auf 45 Milliarden Dollar anwachsen, gegenüber 2 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Mit RPA können Unternehmen Software-Roboter (Bots) anweisen, Aufgaben auszuführen, die derzeit von Menschen erledigt werden. IT-Manager können Regeln erstellen, um Prozesse oder Teile von Prozessen in verschiedenen Funktionen zu automatisieren. In Bereichen wie Herstellung, Finanzen, Personalwesen, Vertrieb und Support können Bots Rechnungen abwickeln, Bestände verwalten, Kunden unterstützen und neue Mitarbeiter einarbeiten.

Schnellere und effiziente Ergebnisse mit IT-Automatisierung

Unternehmen verlangen nach neuen Wegen, um ihre IT-Prozesse zu beschleunigen. Die Low-Code-Applikationsentwicklungsplattform von OutSystems kann ihnen dabei helfen. Ergänzen Sie Ihre bestehenden Skripte und Programme mit individuellen Applikationen, um Ihre IT-Prozesse zu automatisieren und zu orchestrieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre IT-Umgebung schnell modernisieren können und besuchen Sie unsere Seite zum Thema Prozessautomatisierung.